„Keine Besteuerung ohne politische Vertretung“: Unter diesem Motto weigerten sich die nordamerikanischen Kolonien, die vom Vereinigten Königreich beschlossenen Steuern und Zölle an London zu zahlen. Die „Boston Tea Party“ am 16. Dezember 1773 ging vor diesem Hintergrund in die Geschichte ein, als Kolonisten, die als Indianer verkleidet waren, aus Protest gegen die Teesteuer drei Ladungen Tee von britischen Schiffen im Hafen von Boston über Bord warfen.
Unterstütze meine Arbeit über Hintergründe rund um die USA – vielen Dank.
Es war der Beginn eines schleichenden Prozesses der Entfremdung zwischen den Kolonien und Großbritannien, der zum Unabhängigkeitskrieg ab 1775 und letztendlich mit der Unabhängigkeitserklärung zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 führen sollte. In diesem Jahr feiern die USA somit ihr 250. Bestehen. Der nachfolgende Beitrag enthält interessante Daten rund um die älteste bestehende moderne Demokratie.
1. US-Präsident: George Washington
Der erste Präsident der Vereinigten Staaten war George Washington, der zwischen 1789 und 1797 amtierte. Er war der einzige US-Präsident, der keiner Partei angehörte. Während des Unabhängigkeitskrieges war Washington Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee sowie im Jahr 1787 Vorsitzender des Verfassungskonvents.
3 U.S. Senatoren wurden zum Präsidenten gewählt
In der bisherigen Geschichte der USA wurden 18 amtierende U.S. Senatoren von ihren jeweiligen Parteien als Präsidentschaftskandidaten nominiert, doch nur drei U.S. Senatoren zogen in das Weiße Haus ein: Warren Harding entschied die Wahl 1920 für sich, John F. Kennedy gewann die Wahl im Jahr 1960 und Barack Obama im Jahr 2008.
4 Jahre dauerte der Bürgerkrieg
Im Jahr 1861 spalteten sich elf Südstaaten von den USA ab, um die Sklaverei zu sichern. Der Krieg begann, als Truppen des Südens das von Unionstruppen gehaltene Fort Sumter in South Carolina angriffen. Der US-amerikanische Bürgerkrieg sollte 4 Jahre 1 Monat und 2 Wochen andauern. Die militärische Auseinandersetzung forderte bis zu 750.000 Menschenleben und endete mit dem Sieg der Unionstruppen. Es folgte die endgültige Abschaffung der Sklaverei – die praktische Umsetzung erfolgte in Teilen der Südstaaten jedoch erst Jahrzehnte später.
7 Gründungsväter
56 Männer unterzeichneten im Jahr 1776 die Unabhängigkeitserklärung. Doch die treibende Kraft dahinter waren sieben Gründungsväter: Washington (Militärischer Führer und späterer 1. Präsident), Thomas Jefferson (Hauptautor der Unabhängigkeitserklärung und späterer 3. Präsident), Benjamin Franklin (Diplomat, Denker, Staatsmann), John Adams (Vordenker der Unabhängigkeit und späterer 2. Präsident), Alexander Hamilton (Schöpfer des US-Finanzsystems), James Madison („Vater der Verfassung“ und späterer 4. Präsident) sowie John Jay (Diplomat und erster Oberster Richter der USA).
9 verschiedene Hauptstädte
In ihrer 250-jährigen Geschichte hatten die USA neun verschiedene Hauptstädte. Die Wiege der USA liegt in Philadelphia (PA), wo die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. In der „City of Brotherly Love“ war auch viermal der Sitz des U.S. Kongresses untergebracht. Während des Unabhängigkeitskrieges dienten Baltimore (MD), Lancaster (PA), York (PA), Princeton (NJ), Annapolis (MD) und Trenton (NJ) als Übergangshauptstädte. Zwischen 1785 und 1790 war New York City die Hauptstadt der USA. Seit dem Jahr 1800 ist Washington D.C. die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.
12 Jahre: Längste Amtszeit eines Präsidenten
Kein US-Präsident amtierte so lange wie Franklin D. Roosevelt. Der Demokrat regierte die USA insgesamt 12 Jahre und 39 Tage lang. Ein Rekord, der nicht mehr eingestellt werden kann, da im Jahr 1951 der 22. Zusatzartikel zur Verfassung der USA, der besagt, dass keine Person mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden kann, ratifiziert wurde.
13 Gründungskolonien
Am 4. Juli 1776 nahm der Zweite Kontinentalkongress in Philadelphia die von Jefferson verfasste Unabhängigkeitserklärung an, in der sich die 13 Kolonien vom Vereinigten Königreich lösten. Es war die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika. Die 13 Gründungskolonien umfassten Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina und Virginia.
18 Attentate auf Präsidenten
In der 250-jährigen Geschichte der Vereinigten Staaten ereigneten sich 18 bekannte Attentate auf Präsidenten. Vier Attentate endeten tödlich: Abraham Lincoln (1865), James A. Garfield (1881), William McKinley (1901) und Kennedy (1963). Drei Präsidenten wurden verletzt, überlebten aber: Ronald Reagan (1981), Theodore Roosevelt (1912 als Ex-Präsident im Wahlkampf) und Donald Trump (2024 als Ex-Präsident und Präsidentschaftskandidat). Des Weiteren zählen Historiker weitere elf Attentatsversuche auf Präsidenten.
32 Tage: Kürzeste Amtszeit eines Präsidenten
Nur 32 Tage nach Ablegung seines Amtseides starb William Henry Harrison im Jahr 1841 an einer Lungenentzündung. Vorausgegangen war eine Erkältung, die er sich während seiner Rede zur Amtseinführung zuzog. Trotz eines kalten Wetters verzichtete Harrison nämlich auf warme Kleidung.
42 Jahre: Jüngster Präsident
Der bei Amtsantritt jüngste US-Präsident war mit 42 Jahren Theodore Roosevelt. Der Republikaner rückte im Jahr 1901 nach dem Attentat auf Präsident McKinley in das Amt nach. Mit 43 Jahren war der Demokrat Kennedy der jüngste gewählte US-Präsident.
45 verschiedene Präsidenten
Bis zum Jahr 2026 zählten die USA 47 Präsidenten, wovon mit Groover Cleveland und Trump zwei Präsidenten ihre zwei Amtszeiten mit einer jeweils vierjährigen Unterbrechung ableiste(te)n. Vor diesem Hintergrund sahen die Vereinigten Staaten bislang 45 unterschiedliche Präsidenten. Mit Obama amtierte zwischen 2009 und 2017 erstmals ein Afroamerikaner im Weißen Haus. Einer Frau war es bislang noch nicht vergönnt, die Geschicke des Landes zu leiten. Gegen drei US-Präsidenten wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet: Andrew Johnson (1868), Bill Clinton (1998) und Trump (2019 und 2021). Der U.S. Senat verurteilte jedoch keinen Präsidenten. Richard Nixon kam einem Amtsenthebungsverfahren durch Rücktritt zuvor.
50 Vizepräsidenten
John Adams war der erste Vizepräsident der USA. Der amtierende zweite Mann im Staat ist JD Vance, der als 50. Vizepräsident der Vereinigten Staaten in die Geschichte eingegangen ist.
78 Jahre: Ältester Präsident bei Amtsantritt
Mit 78 Jahren und 7 Monaten war Trump bei der Einführung seiner zweiten, nicht aufeinanderfolgenden Amtszeit der älteste Präsident in der Geschichte der USA. Diesen Rekord hatte zuvor Joe Biden inne, der bei seiner Inauguration 2021 78 Jahre und 2 Monate alt war.
100 Jahre: Ältester Ex-Präsident
Der Rekord für das höchste erreichte Lebensalter eines ehemaligen US-Präsidenten liegt bei Jimmy Carter, der 100 Jahre alt wurde. Der Demokrat starb im Jahr 2024. Carter hält zudem den Rekord für die längste Zeit im „Ruhestand“ nach seiner Präsidentschaft (über 43 Jahre), in der er sich intensiv als weltweiter Vermittler und humanitärer Helfer engagierte.
119 Legislaturperioden
Gegenwärtig tagt der 119. U.S. Kongress. Er hat sich am 3. Januar 2025 konstituiert und läuft turnusgemäß über zwei Jahre bis zum 3. Januar 2027. Im November diesen Jahres finden die Zwischenwahlen statt, bei der das gesamte U.S. Repräsentantenhaus sowie ein Drittel der Sitze im U.S. Senat neu gewählt werden.
Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
